XII DANGEROUS Michael Jackson, Tod, Entertainment Industrie – Who Is It?

Michael Jackson erzählte 1993 in seinem Kurzfilm zum Song WHO IS IT eine Geschichte von den Verführungen des Ruhmes, von Korruption, aber auch von Betrug und von der Einsamkeit. Und der Suche nach der Wahrheit. Michael Jackson erzählte vom Zugrundegehen in einer erbarmungslosen, menschenunwürdigen Industrie. Jacksons WHO IS IT handelt von Arbeit, Arbeit, Arbeit und von den Zwängen in einem Business, in dem Menschlichkeit und Gefühle auf der Strecke bleiben.
1993 zeigt WHO IS IT einen Star im Mittelpunkt des Begehrens und unzählige Male das „Making Of“ dieses Stars hinter den wenig glamourösen Kulissen. Michael Jacksons Geschichte spielt in einer Industrie, in der anonyme Arbeiter damit beschäftig sind, die Illusion, um den Star zu erschaffen. Aber Jackson zeigt in WHO IS IT auch die Ausbeute dieser Hauptfigur, die von der Kundschaft so leidenschaftlich begehrt wird. Und er zeigt die blassen, wenig schillernden Manager, die sündhaft viel Geld an der Performance des Stars, den sie unter Vertrag haben, verdienen. In WHO IS IT präsentiert Michael Jackson den Protagonisten als Kassenmagneten, einen Star, der sich prostituiert. Bis zum Tod. Und auch dieses Mal ist dieser Star mit allen Zeichen einer Hure ausgestattet.

Michael Jackson und die biblische „Hure Babylon“ nicht nur im Kurzfilm WHO IS IT

Ein Bibeltext beschreibt ziemlich genau das Aussehen dieser Frau, der Hauptdarstellerin in WHO IS IT:

„Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen …“

Ein Zitat aus der Bibel Quelle
Michael Jackson Who Is It mit der Frau in rotem Umhang und Perlen an den Ohrringen.

Bild: Der Bibeltext, der die symbolhafte „Hure Babylon“ beschreibt, passt auf das Aussehen der Prostituierten in Michael Jacksons WHO IS IT von 1993.

Das Thema der biblischen „Hure Babylon“ wurde 1927 im Film „Metropolis“ von Fritz Lang behandelt. Die biblische Frauenfigur findet sich 1927 in „Metropolis“ in der Gestalt der „falschen Maria“ oder „Maschinen-Maria“ wieder. Die Figur aus „Metropolis“ wurde in den folgenden Jahrzehnten immer wieder von Künstlern zitiert, darunter Madonna in „Express Yourself“ 1987, Whitney Houston in „Queen of the Night“ 1992, Freddie Mercury und die Gruppe „Queen“ im Video „Radio Gaga“. Auch Michael Jacksons Kurzfilm WHO IS IT spiegelt das Thema von Fritz Langs „Metropolis“ wider: Die Großstadt, die Industrie, korrupte Geschäftsmänner, die „Erschaffung“ der „Maschinen-Maria“, die das Symbol falscher Sehnsüchte ist und das Thema der „Hure Babylon“ symbolisiert. Und schließlich Michael Jackson, der, ebenso wie Marias Geliebter 1927 im Film „Metropolis“ auf der Suche nach der Wahrheit ist.

Die Geschichte um das uralte Thema des Weibes aus Babylon und dieser Suche nach der Wahrheit machte Michael Jackson schon in seinem Pepsi-Commercial mit dem Namen DREAMS aus dem Jahre 1992 zum Thema.

Mehr zu Michael Jackson und seiner Erzählung vom uralten, symbolischen Thema des „Weibes Babylon“ in diesem Artikel:

Die falschen Ziele des Lebens im Kurzfilm des Michael Jackson WHO IS IT

Michael Jackson erzählte in WHO IS IT 1993 von falschen Verführungen und von berauschend viel Geld für die geleistete Performance des Stars. Jackson erzählte von Zweifeln, von Einsamkeit. Und von seiner Suche nach der Wahrheit.

Michael Jackson WHO IS IT Hotel Geld Prostitution Betrug
l.: Michael Jackson 1993 der nicht nur in WHO IS IT den Verführungen erlegen ist. m.: berauschend viel Geld für die geleistete Performance des Stars r.: das „Making of“ des Stars, in WHO IS IT für die Performance. Quelle

Nicht nur in WHO IS IT machte Michael Jackson das „Making of“ des Stars als Art zum Thema. 1988 präsentierte Jackson zum Ende seines Filmes MOONWALKER kurz vor seinem Auftritt, ein „Making of“ des Stars. Aber besonders deutlich zeigte er die Maschinerie und die vielen Menschen, die nötig sind um die Produktion um die Show „Michael Jackson“ auf die Bühne zu bringen. Michael Jacksons HIStory-Teaser scheint wie eine aRt Hommage an seine Mitarbeiter zu sein.

Michael Jackson History Teaser und das Making of des Star als Art partofhistory

Bild: Das „Making of“ des Stars als Art machte Michael Jackson nicht nur in WHO IS IT 1993, sondern 1995 im HIStory-Teaser zum Thema.

In Michael Jacksons Kurzfilm WHO IS IT von 1993 sind die Manager des Stars, also der Prostituierten, so etwas wie ihre Zuhälter. Der Mann und die Frau in WHO IS IT treiben ihren Star von einem Auftritt zum nächsten. Vielleicht sind dieser Mann und Frau in den Managerrollen die symbolischen Elternfiguren.
Michael Jackson, der in seiner Kindheit seinen eigenen Vater zum Manager hatte und unter der Aufsicht seiner Mutter trainieren musste, zeigte die Konstellation von symbolischen Elternfiguren/Managern, die ihr Geld mit ihrem Star verdienen, nicht erst in WHO IS IT 1993, sondern schon 1983 im Kurzfilm SAY SAY SAY. Auch in SAY SAY SAY ist das Thema der Geschichte Korruption und Betrug. Eine Story über falsche Illusionen, über wertlose Versprechen, über Begehrlichkeiten die geweckt werden. Und über das Ziel, Geld zu verdienen. Manager sind 1983 in SAY SAY SAY ausgerechnet Paul McCartney und seine Frau Linda. Es sieht so aus, als bringt der erfahrene Paul McCartney dem jungen Michael Jackson die Tricks um die Illusionen und Betrügereien im Showbusiness bei.

Michael Jackson Paul McCartney SAY SAY SAY. McCartney zählt als Manager das Geld.

Bild: die „Manager“ des Stars Michael Jackson 1983 in SAY SAY SAY. Paul McCartney und seine Frau Linda. Beide fungieren als symbolische Elternfiguren des jungen Michael Jackson.

Der Auftritt des Michael Jackson 1996 und der Maschinen-Maria in „Metropolis“ 1927

1996 sah es so aus, als beschloss Michael Jackson seine Karriere als „King of Pop“ mit seiner letzten Welttournee, die er HIStory nannte. Als er zu Beginn seiner Konzerte auf der Bühne erschien, erinnerte alles an seinem Aussehen an den Tanz der „Maschinen-Maria“ im Film „Metropolis“ von 1927: „mit Scharlach … und geschmückt mit Gold“.

„Sie ist das vollkommenste und gehorsamste Werkzeug, das je ein Mensch besaß. Heute abend sollst Du sehen, wie sie vor den Augen der oberen Hundert besteht. Du sollst sie tanzen sehen […]“

aus „Metropolis“ 1927 über die Maschinen-Maria.
Michael Jackson Scream live History Konzert wie Metropolis Maschinenmensch Maria und Symbol der Hure Babylon in purpur Licht Who Is IT?

Bild: links Michael Jackson zum Auftakt seiner weltweiten HIStory-Konzerte, rechts die „Maschinen-Maria“ aus dem Film „Metropolis“ von 1927

Dieser Bibeltext wurde 1927 im Film „Metropolis“ von Fritz Lang gezeigt. Passend dazu scheint Michael Jacksons Auftritt in „Scharlach“ und „Gold“ zum Auftakt seiner jeweiligen HIStory Konzerte ab 1996. Jackson trägt dabei ein Kostüm, das an den Maschinenmenschen aus „Metropolis“ von 1927 erinnert. Bevor Michael Jackson zu tanzen beginnt.

Im Jahr 1993 in Michael Jacksons Kurzfilm WHO IS IT scheint am Ende des Filmes die Welt unterzugehen. Die Frau, der von allen Männern begehrte „Star“ des Filmes, die den falschen Verlockungen erliegen is, steht in „Purpur“ gekleidet vor jenen Toren, die die Tore des Himmels sein könnten. Vielleicht ist symbolisch eine Art „Judgement Night“, eine Art „Jüngstes Gericht“ gemeint. Dieser christliche Zeitpunkt, vor dem sich alle vor Gott für ihr Leben verantworten sollen. In Jacksons WHO IS IT scheint das der Zeitpunkt zu sein, zu dem die Frau, die mit falschen Versprechungen die Menschen betrogen hatte, abgewiesen wir. Das Tor bleibt für sie verschlossen. Sie erhält keinen Zugang. Sie, die „Sünde in Person“, hat an diesem Ort keinen Platz. Das letzte Bild der Szene in Michael Jacksons WHO IS IT zeigt eine Hand, die auch die „Gerechte Hand Gottes“ sein könnte.
Die in „Purpur“ gekleidete Prostituierte steht mit ihrem sündenbehafteten Leben vor den Toren, die jene des Himmels sein könnten. Die letzte Szene zeigt ihre Visitenkarten mit ihren falschen Identitäten. Es scheint, als würden ihr ihre Sünden vorgehalten. Vorgehalten von einer Hand, die die gerechte Hand Gottes sein könnte.

Michael Jackson Who Is It und die Frau in purpurnem Umgang vor einem Tor und aus einer Klappe zeigt eine Hand.

Bild: Michael Jacksons WHO IS IT 1993. Der Star, die Prostituierte, steht mit ihrem sündenbehafteten Leben vor den Toren, die jene des Himmels sein könnten. Die letzte Szene zeigt ihre Visitenkarten mit ihren falschen Identitäten. Vorgehalten von einer Hand, die die gerechte Hand Gottes sein könnte.

Wenn sich der weibliche Star in WHO IS IT 1993 ihren Managern widersetzt, folgen Prügel. Bleibt die Frage: Wie viel autobiografische Geschichte steckt in Michael Jacksons WHO IS IT?

Schläge für den Star in WHO IS IT 1993 – und für Michael Jackson in THIS IS IT 2009

1988 führte uns Michael Jackson in MOONWALKER hinter die Kulissen des Entertainments, zeigte uns, wie er von „Mr. BIG“, dem Oberhaupt einer ganz eigenen Industrie, geschlagen wurde. Die Schläge erhielt Michael inmitten einer Konzertarena, unter den Augen der Zuschauer, kurz bevor seine Performance begann. Die Filmszene in MOONWALKER erinnert an Michaels Erzählung über die Schläge seines Vaters Joseph Walther Jackson, der Manager des Kinderstars Michael war:

„Er schlug mir so hart ins Gesicht, so hart wie er konnte, und dann warf er mich raus in den großen Raum, wo sie (die Fans) waren, Tränen liefern über mein Gesicht …“

Michael Jackson im Rückblick auf seine Auftritte unter der Kontrolle seines Vaters, dem Manager Joseph Walter Jackson. 1

Michael Jackson war elf Jahre alt, da schlug ihn sein Manager, der sein Vater war, und zwang ihn zum Auftritt. Michael Jackson war 50 Jahre alt, da schlug ihn wieder ein Manager, ein „Mr. Big“. Das war im Jahr 2009 und dieses Mal war es der AEG-Konzertpromoter Randy Phillips. Randy Phillips schlug Michael Jackson hinter der Bühne, damit der King of Pop auf einer Pressekonferenz eine Konzertreihe ankündigte, die Jackson nicht hatte ankündigen wollen.
Vor einer Pressekonferenz am 05.03.2009 wurde Michael Jackson von Konzertpromoter Randy Phillips unter Druck gesetzt, die Konzertreihe THIS IS IT anzukündigen, die Jackson nicht ankündigen wollte. Phillips verlor im Hotelzimmer über Jacksons mangelnde Bereitschaft die Nerven. 2013 wurden Randy Phillips Aussagen vor Gericht über die Ereignisse dieses Tages vom 05.03.2009 im Zivilprozess Katherine Jackson gegen AEG LIVE in der mündlichen Verhandlung von Juni 2013 zum Gegenstand des Verfahrens. Prozessbeobachter berichteten über Randy Phillips Zeugenaussage wie folgt:

„Phillips hatte schon eine Woche vorher Zweifel, ob Jackson zur Pressekonferenz auftauchen würde. Jackson wollte offensichtlich die Konzertreihe nicht antreten. Phillips konnte ihn eine Woche vor dem angekündigten Datum nicht erreichen. … Phillips begann, sich Sorgen zu machen, dass Jackson (2009) seinen Vertrag mit AEG Live für seine „This Is It“ Konzerte brechen würde: „Wenn es je eine Zeit gegeben hatte, den Prozess zu stoppen, wäre das im Februar gewesen, sagte er aus. „Da hatten wir das geringste Risiko und die höchste Menge an Sicherheit.“ Michael Jackson erschien nicht zur Pressekonferenz am 05.03.2009 in London, um die Konzerte anzukündigen. Der Konzertpromoter Randy Phillips, der finanziell und persönlich für das Event verantwortlich war, ’dreht durch‘, nachdem er Jackson im Hotelzimmer aufsuchte. „Ich schrie ihn so laut an, dass die Wände zitterten.“, schrieb Phillips eine E-Mail an (seinen Chef) Leiweke. „Thome und ich haben ihn (Anm.: Michael Jackson) angezogen und sie machen ihm die Haare. Dann rasen wir zur O2. Das ist die schlimmste Sache, die ich je gesehen habe. Er [Michale Jackson] ist ein emotionales paralysiertes Durcheinander, angefüllt mit Selbstmitleid und voller Zweifel, dass jetzt Showtime ist. Er hat Todesangst. Im Augenblick will ich nur durch die Pressekonferenz.“ Phillips ließ seine Frustration mit mehr als nur Worten ab. „Ich habe ihn gerade geschlagen und ihn lauter angebrüllt, als ich Arthur Cassel angebrüllt hatte.“

Gesammelte Mitteilungen von Prozessbeobachtern über die mündliche Verhandlung von Juni 2013 im Zivilprozessverfahren Katherine Jackson gegen den Konzern AEG LIVE. 2

Prostitution. Manager. Und eine Karriere

1997 BLOOD ON THE DANCEFLOOR (WHO IS IT?), Sünden, Ketten und ein Auftritt in scharlachrot

Auch 1997 präsentierte Michael Jackson in seinem Kurzfilm BLOOD ON THE DANCEFLOOR Zuhälterei, Massenorgien, Prostitution. Die rote Kleidung, die normalerweise den verführerischen Frauen in seinen Filmen vorbehalten ist – dieses Mal ist es rotes Leder – trägt Jackson in BLOOD ON THE DANCEFLORR gleich selbst. Die Armbänder an Jacksons Handgelenk wirken wie die Ketten der Gefangenschaft. Wieder erscheint in BLOOD ON THE DANCEFLOOR eine Frau, die ihn verführt. Wieder begehrt er sie, tanzt mit ihr und vereinigt sich mit ihr in der Dunkelheit. Wieder ist das sein Tod. „7 Inches in“. Erstochen dieses Mal. Und das Publikum hatte zugeschaut.
1998 hatte der King of Pop seine letzte Welttournee, die er HIStory nannte und mit der er seine eigene Story erzählte, erfolgreich beendet und ging mit ihr in die Geschichte ein. 1998 war Michael Jackson 40 Jahre alt und er machte in mehreren Interviews deutlich, dass er seine körperlich anstrengende Karriere als „Moonwalker“ nicht mehr länger dauerhaft betreiben wollte. Vielleicht hatte Jackson schon viele Jahre zuvor, mit dem Zitat der Nummer „1998“ in seiner aRt, in seinen Autogrammen und in seiner Autobiografie angekündigt, dass dieser Teil seiner Karriere 1998 vollendet sein sollte?

2001. YOU ROCK MY WORLD: Manager, Verführung, ein Auftritt unter Zwang und eine art Jüngstes Gericht

2001 zeigte Michael Jackson seinem Publikum den Kurzfilm YOU ROCK MY World. Es ist der letzte Kurzfilm des King of Pop und irgendwie kündigt er darin den beruflichen Wendepunkt des Michael Jackson an. YOU ROCK MY WORLD ist der Film des Michael Jackson, mit dem seine sämtlichen Karrierehighlights zitiert: buchstäblich, in Bildern oder symbolisch. In YOU ROCK MY WORLD bewegt Jackson sich erneut im Milieu organisierter Kriminalität, ein verführerisches Weib lockt ihn und Managerfiguren setzen ihn Druck für die Performance:

„Zeig mir, was du drauf hast!“

Eine kriminelle Managerfigur 2001 zu Michael Jackson im Unterhaltungsgeschäft von YOU ROCK MY WORLD. 3

2001 und Michael Jacksons Weg heraus aus dem Rampenlicht

Auch 2001 begibt sich Michael Jackson in YOU ROCK MY WORLD in diese symbolische Unterwelt wie er es schon in SMOOTH CRIMINAL 1987 oder in seinem Pepsi-Commercial DREAMS 1992 getan hatte. Wieder versucht 2001 – wie in all diesen Jahren zuvor – diese Frau Michael Jackson zu verführen. Aber dieses Mal, das sein letztes Mal sein wird, widersteht er dieser Verführung. Dieses letzte Mal in seiner Karriere, lässt sich der King of Pop nicht mehr verführen. Michael Jackson zieht 2001 an diesem Weib vorbei.
Michael Jackson tanzte immer in den Jahrzehnten seiner Karriere, wenn der Scheinwerfer auf ihn gerichtet war. 2001 aber tanzt der King of Pop nicht. Michael Jackson lässt zum ersten Mal das Weib allein zurück. Michael Jackson geht ab. THIS IS IT. Das war’s.

Michael Jackson You Rock My World Dunkel

Bild: Michael Jackson, der King of Pop, verlässt zum Ende von YOU ROCK MY WORLD das Rampenlicht Quelle

Michael Jacksons Ankündigung im Jahr 1998, also zur Jahrtausendwende, den King of Pop quasi zur Ruhe zu setzen und seine Dienste nicht länger der Industrie zur Verfügung zu stellen, endete nicht nur 2001 in YOU ROCK MY WORLD in einem Desaster mit einem Mr. BIG der Musikindustrie, sondern auch in der Wirklichkeit: Michael Jackson Fehde mit Tommy Mottola, dem Chef von Jacksons Plattenfirma SONY wurde öffentlich ausgetragen und machte Schlagzeilen. Die Auseinandersetzungen, die in der Realität zu Jacksons Protesten und zu Tommy Mottolas Rücktritt von seinem Posten führte, wurden quasi auf künstlerischer Ebene in YOU ROCK MY WORLD schon zum Thema gemacht.
Um die Jahrtausendwende war Michael Jacksons seit über drei Jahrzehnten im Showbusiness unterwegs. Er hatte sich immer behauptet, aber die Gefahren und die Schwierigkeiten in diesem Geschäft hatte er immer zum Thema in seiner Musik und in seinen Filmen gemacht. Zum Ende der 1980er – Jackson hatte gerade mit seinem Album BAD, seiner Welttournee, seinen Kurzfilmen Geschichte geschrieben – erzählte er in seinen Songs CHEATER und PRICE OF FAME davon, in diesem Geschäft hereingelegt, betrogen und ausgenommen zu werden. Er erzählte von Besitzansprüchen, die an ihn gestellt werden, die andere glauben geltend machen zu können:

„Ich besitze dich …“

Michael Jackson über Michael Jackson in CHEATER. 4

Jackson singt davon, man habe ihn bedroht. Er singt auch davon,

für diese Art von Spiel, zu hart zu arbeiten“

Michael Jackson in CHEATER. 5

Jackson singt von körperlichen Verletzungen, von Wut und davon „aufgeben zu wollen“. Jemand habe ihm gesagt, alles, was er brauche, sei „ein Schlag auf den Kopf“.

„Unterschreib einfach auf der gestrichelten Linie und alles ist gut“.

Michael Jackson in PRICE OF FAME. Der Preis des Ruhmes. 6

Auch das klingt nach Betrug.
Jahrzehnte zeichnete Jackson ein Bild von Korruption, Geld, Drogen, sogar von einer Art Mafia, von Sex und Betrug in der Unterhaltungsindustrie. In seinem Film MOONWALKER mischte er sich in diese Machenschaften ein – vielleicht auch, um die Kinder/Kinderstars in dieser Industrie zu schützen? – und bezahlte dafür mit seinem Leben.

„Aber es ist nur ein Film!“

Michael Jackson 1983 in THRILLER, seinem Kurzfilm zum meistverkauften Album aller Zeiten. 7

Oder?

„I’m done.“ Michael Jackson, 2003.

Michael Jackson ist im Entertainment geboren. Sein Wissen um die Industrie und sein Einfluss auf die Aufmerksamkeit der Welt machten ihn zu einem ganz speziellen Geschäftspartner. „Michael wusste … he knew!“, erklärte sein Bruder Jermaine dann später, und er erklärt auch, dass jene, die Politik hinter den Kulissen machten, der Meinung waren, Michael mische sich zu sehr in ihre Geschäfte ein. Sie „empfanden ihn als Bedrohung“. 8

2003 gab Michael gab eines seiner letzten Interviews. Er sah erschöpft aus:

„Es ist eine Verschwörung. Ich möchte nicht zu viel sagen. Ich bin fertig.“

Michael Jackson, Interview 2003. 9

Vielleicht beendete Michael Jackson mit diesen Worten nur das Gespräch und doch klingt er, als kapituliere er vor laufenden Kameras. Gerade hatten 70 Polizisten sein Haus in einer Razzia auf den Kopf gestellt; Jacksons Festnahme in Handschellen ging rund um die Welt. Wir wussten es damals noch nicht, wie buchstäblich wir seine Worte hätten nehmen müssen.

„Ich bin fertig.“

Michael Jackson 2003.

Michael Jackson hatte sich ergeben.

Michael Jackson Ed Bradley Interview 60 Minutes Im done

Bild: „Ich bin fertig.“ Es scheint, Michael Jackson hatte sich ergeben.
Quelle Michael Jacksons Interview Dezember 2003. 10

Mehr zu den Anschuldigungen im Jahr 2003 gegen Michael Jackson in diesem Artikel:

1988 hatte Michael Jackson im Film MOONWALKER vom korrupten Mr. BIG erzählt, der mit politischen Ambitionen und Mafiamethoden alles darangesetzt hatte, Jackson zu zerstören. Mr. BIG alias Frankie LiDeo (der Name des Filmcharakters) alias Frank DiLeo, war tatsächlich in der Realität Michael Jacksons Manager aus den 1980ern. DiLeo war der Operator hinter den Kulissen, er regelte die Geschäfte, während Michael in der Rolle des King of Pop im Mittelpunkt der Begehrlichkeiten stand. Beziehungen zur Mafia, die man dem echten DiLeo unterstellte, sind vielleicht nur Gerüchte. Ähnlichkeiten mit dem verbrecherischen Filmcharakter des LiDeo in MOONWALKER sind natürlich frei erfunden. Rein symbolisch. Wahrscheinlich.
In MOONWALKER bringt Jackson Mr. BIG, der das „System“ hinter den Kulissen repräsentiert, zur Strecke. Michael Jackson überlebt das Gemetzel und kehrt am Ende zu uns zurück.

„Aber es ist nur ein Film!“

Michael Jackson, 1983. 11

Oder?
Am 25.06.2009 ging Michael Jackson in jenem System zugrunde, das er in seiner gesamten Karriere zum Thema gemacht hatte. Doch die Mr. BIG’s hatten überlebt und an seinem Tod verdient. Und das nicht nur symbolisch. „Bucks and Drugs.“ 12 Kohle und Drogen. Und auf Michaels Rückkehr warten wir noch heute.

1988, 1991, 1993, 2009: Und die Industrie in MOONWALKER zeigte Michael Jackson uns wieder auf DANGEROUS

Michael Jacksons Weltanschauung auf die korrupten Untiefen hinter den Kulissen der Entertainment Industrie in MOONWALKER, 1988 Quelle. Ein fast identisches Bild lässt Michael Jackson auf seinem DANGEROUS Album Cover von 1991 zeichnen:

Michael jackson Industrie Industry Moonwalker 1988 Mar. BIG Dangerous Cover 1991 Welt World
Michael Jacksons Blick auf die Untiefen hinter den Kulissen der Entertainment Industrie in MOONWALKER, 1988 Quelle. Ein fast identisches Bild lässt Michael Jackson auf seinem DANGEROUS Album Cover zeichnen, 1991. Quelle

THIS IS IT nannten sie jene Filmaufzeichnungen von Michael Jacksons Vorbereitungen zu der Konzertreihe aus dem Jahre 2009, die ihm endgültig das Leben gekostet hatte. Das war’s. Diese „Mr. BIG’s“ hinter den Kulissen von THIS IS IT waren im Jahr 2009 der AEG-Konzertpromoter Randy Philipps („Ich schlug ihn so fest wie ich konnte“), Jacksons Manager Frank DiLeo („Besorg ihm einen Eimer voll Hühnchen“) und Choreograf Kenneth Ortega („Es ist an der Zeit, den Stecker zu ziehen“). Auf der Premierenfeier von THIS IS IT, der Dokumentation über Michael Jacksons letzte Proben, die ihm sein Leben kosten sollten, standen sie auf dem roten Teppich.
Der Star Michael Jackson war ums Leben gekommen.

Bild: „Mister BIG“ in der Wirklichkeit von 2009 in der Rolle des AEG Konzertpromoters Randy Philipps, Michael Jackson Manager DiLeo und Kenneth Ortega zur Premierenfeier der Filmdokumentation über Michael Jacksons THIS IS IT. Quelle

Übrigens scheint auch das letzte „Making of“ des Stars, der sich in Michael Jacksons WHO IS IT 1993 prostituierte, das ihrer Beerdigung zu sein.
Und auch das letzte Foto Michael Jacksons zeigt ihn 2009 auf dem Obduktionstisch.

Michael Jackson Who Is It Frau liegt wie tot auf Tisch umgeben von ihren Leuten

Bild: Das Ende des Stars von 1993 in Michael Jacksons WHO IS IT MICHAEL JACKSON DANGEROUS – THE SHORTFILMS. Kurzfilm: WHO IS IT, 1993. Quelle

Das Strafverfahren 2011 gegen Conrad Murray, Michael Jacksons Leibarzt von 2009, wird im Fernsehen übertragen. Der tüchtige Staatsanwalt David Walgren zeigt zu Beginn dieses Strafverfahrens publicitywirksam das Foto Michael Jacksons. Das Foto zeigt Michael Jackson ihn nackt. In der Wanne der Autopsie.
Dem Künstler und Menschen Michael Jackson ist damit die absolut letzte Würde genommen worden.
Für die Beweislage des Strafverfahrens und für dessen Fortgang, war die Veröffentlichung dieses Fotos, das Schlagzeilen machte, nicht notwendig. Walgrens Karriere machte nach Abschluss des Verfahrens gegen Murray einen Sprung nach oben. Die Ähnlichkeit des letzten Fotos des Stars, dieser Frau aus WHO IS IT mit Michael Jacksons letztem Foto auf dem Tisch der Autopsie mag im Internet verglichen werden. Es ist dort leider mühelos zu finden. Schulden wir die Ähnlichkeiten beider Aufnahmen Michael Jacksons prophetischen Fähigkeiten?

WHO IS IT oder Wer ist es tatsächlich im Kurzfilm des Michael Jackson?

Michael Jacksons DANGEROUS Cover von 1991. (S)ein Grab?

Das tödliche Ende im Kurzfilm WHO IS IT von Michael Jackson, dem King of Pop, scheint seinen Anfang im DANGEROUS Albumcover gefunden zu haben: Vier Frauengestalten bilden dort vier Säulen. Die vier Säulen erinnern an Karyatiden. 13 Karyatiden haben seit dem alten Griechenland tragende Funktionen an Fassaden und an Tempeln. Und an Gräbern. Mit Karyatiden verzierte schon Michelangelo 1515 14 das Grab eines Kirchenfürsten in Rom. 15 Mit Karyatiden verzierte 1646 ein Künstler das Grab eines Adligen in Frankreich. 16 Verzierte Mark Ryden 1991 mit Karyatiden auch das Grabmal des King of Pop, der exakt 18 Jahre später im System der Entertainment-Industrie zugrunde ging?

Michael Jackson Dangerous Cover 1991 Grab tom karyatiden
l.: Zeigt das DANGEROUS Cover von 1991 das Grabmal des King of Pop? (Siehe auch Petijean und Art of Design) r.: Henri II, Prince de Condé in Vallery, Bildquelle.

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Quellen

  1. Boteach, Rabbi, Shmuley, „A tragic icon reveals his soul in intimate conversation – The Michael Jackson Tapes“, 25.09.2009, Kindle-Positionen 1585-1594: „Michael Jackson: Well, um, no. He wouldn’t do it on the stage. Like, after a show, there’d be the room full of girls. He would love to bring the girls in the room, my father. And after the show we’d have something to eat, or whatever, and the room would be just lined with girls giggling, just loving us, like “oh my god!” and shaking. And if I was talking and something happened and he didn’t like it, he’d get this look in his eye like. . . he’d get this look in his eye that would just scare you to death. He slapped me so hard in the face, as hard as he could, and then he’d thrust me out into the big room, where they are, tears running down my face, and what are you supposed to do, you know? […], no more than like, twelve. . . eleven, something around there.“, Vanguard Press; Kindle-Version
  2. Quelle: dailymichael.com/past-lawsuits/jackson-v-aeg/162-jacksons-vs-aeg-day-28-june-12-2013
  3. Jackson, Michael, DVD: NUMBER ONES https://www.youtube.com/watch?v=1-7ABIM2qjU
  4. Jackson, Michael, CHEATER – Demo, 11.2004, Chris Cadman – Michael Jackson – The Maestro. The Definitive A-Z, Volume I: A-J/Volume II: K-Z; 2013/2015, Das Demo wurde aufgezeichnet 1987, Album THE ULTIMATE COLLECTION
  5. Jackson, Michael, CHEATER – Demo, 11.2004, Chris Cadman – Michael Jackson – The Maestro. The Definitive A-Z, Volume I: A-J/Volume II: K-Z; 2013/2015, Das Demo wurde aufgezeichnet 1987, Album THE ULTIMATE COLLECTION
  6. Jackson, Michael, PRICE OF FAME. Veröffentlicht von Jacksons Estate auf dem Album BAD 25, 2012. Jacksons Original-Demo ist von ca. 1986/1988, Jackson hatte entschieden, es selbst nicht zu veröffentlichen, Sony Music
  7. MICHAEL JACKSONS THRILLER, Kurzfilm, 1983, Video Greatest Hits – HIStory: „But it’s only a movie!“ Aber es ist nur ein Film! Jackson versucht, mit diesen Worten seine Film-Freundin zu beruhigen, wenn er gemeinsam mit ihr das Kino verlässt. Sie hatte sich über einen Film Michael Jacksons zu sehr geängstigt, Sony Music Video Enterprises; veröffentlicht auf DVD 1995
  8. Thomson, Charles, „Jermaine Jackson speaks to Charles Thomson about racism and the music industry, 15.09.2011: „I’d like to say it was because he was a thread. Not to become a politician but he was … Michael knew. That’s why he spoke about governments. That’s why he spoke about THEY DON’T CARE ABOUT US. He knew! I watched an Interview he did on 20/20 … (Anm.: Ed Bradley, 12.2003, Michael Jackson Haus war gerade von 70 bewaffneten Polizisten von Keller bis Dach durchsucht worden) and he said, „I have said too much. I can’t say no more.“. Deutsche Übersetzung: „Er war eine Bedrohung […] Michael wusste. Deshalb sprach er über die Regierung. […] Er wusste!“ Jermaine Jackson, 2011. „Wenn du die Stufe des Erfolges erreichst, die Michael erreicht hatte […] er war eine Bedrohung […] „Michael wusste! Deshalb sprach er sich so aus über die Regierung […] er wusste!“, https://www.charles-thomson.net/index.html, https://www.youtube.com/watch?v=_ho0nVVMvRA
  9. Michael Jackson, Interview “ With Ed Bradley On 60 Minutes‘„, https://www.cbsnews.com/news/jackson-proclaims-his-innocence/, Michael Jackson: „ It’s a conspiracy. Yeah. I don’t want to say too much. I’m done! I don’t want to say much because I’m hurting. I’m really hurting.“, TV Sender CBS, https://www.youtube.com/watch?v=xrAl5IDJ_jY
  10. Michael Jackson, Interview “ With Ed Bradley On 60 Minutes‘„, https://www.cbsnews.com/news/jackson-proclaims-his-innocence/, TV Sender CBS, https://www.youtube.com/watch?v=xrAl5IDJ_jY
  11. MICHAEL JACKSONS THRILLER – Kurzfilm, 1983, Video Greatest Hits – HIStory „But it’s only a movie!“ Aber es ist nur ein Film! Jackson versucht, mit diesen Worten seine Film-Freundin zu beruhigen, wenn er gemeinsam mit ihr das Kino verlässt. Sie hatte sich über einen Film Michael Jacksons zu sehr geängstigt, Sony Music Video Enterprises; veröffentlicht auf DVD 1995
  12. MICHAEL JACKSONS MOONWALKER – A Movie Like No Other, 1987.05.18., „Bucks and Drugs“. Das ist die Zielformulierung des (Mafia?) Bosses MISTER BIG in MOONWALKER. DVD vom 18. Februar 2005
  13. Siehe auch Isabelle Petijean, „Dangerous, from Mark Ryden to Michael Jackson. Pop Culture in the Pantheon of Fine Arts„, Delatour France, 2016, Seite 83 hier auch über diesen Link auf Facebook
  14. Michael Jackson am 10.02.1993: „… I’m a great fan of art. I love Michelangelo! If I had the chance to talk to him or read about him I would want to know what inspired him to become who he is, the anatomy of his craftsmanship, not about who he went out with last night … what’ wrong with … I mean that’s what is important to me.“ MICHAEL JACKSON TALKS TO OPRAH – Live“, ABC Network; Harpo Productions.
  15. Das Juliusgrab von Papst Julius II.
  16. Mausoleum des Henri II, Prinz de Condé in Vantilly, erschaffen 1646 von Gilles Guérin, http://prettypoun.centerblog.net/6584377-eglise-de-vallery-yonne-visite-en-photos-persos.

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