Diane Dimond/Billie Jean „Be Careful Who You Love“ (eine Kritik)

Welche Verbindung exisitiert zwischen den Lügen und Intrigen der BILLIE JEAN und einer ehemaligen „Tabloid Queen“ namens Diane Dimond, die ihr Geld mit Skandalen und mit Michael Jackson verdient?

Am 13.06.2005 urteilte ein ordentliches Gericht mit einer 12-köpfigen Jury über Michael Jackson: „Nicht schuldig in allen Anklagepunkten“. Über Jackson zu Gericht saßen neun Experten allein für Fingerabdrücke, Sachverständige für DNA Analysen, Fachleute für Computer, Unfallrekonstruktionen, Wirtschaftskriminalität, Finanzen, Telefone, Akustik, Sicherheitssysteme, Fachleute für Psychologie, Pathologie. Die Justiz beauftragte auch Experten für Kindesmissbrauch, weil man uns sagte, darum sei es eigentlich gegangen.  Ausgegebene Steuergelder schätzt man auf Millionen. Über Michael Jackson saßen in den Jahren bis 2005 mindestens vier Richter, um die 50 Jurymitglieder, 5 Staatsanwälte und die öffentliche Meinung zu Gericht.  Am 13.06.2005 wurde der auf ewig Beschuldigte von der Justiz für „Nicht schuldig“ erklärt.

Am 22. November 2005 enthüllte eine „Enthüllungsjournalistin“ namens Diane Dimond  „Das Endergebnis geheimer Quellen“ und verkaufte ihre ganz eigene Version der Beschuldigungen gegen Jackson. In Form eines Buches. Sie nannte es: „BE CAREFUL WHO YOU LOVE“. 1. Das Thema der „geheimen“ Quellen in Dimonds Buch: Kindesmissbrauch. Ein gegen Michael Jackson erhobener Vorwurf, der in einem ordentlichen Gericht nie Bestand gehabt hatte. Ein Vorwurf, mit dem sich aber viel Geld verdienen lässt in Filmen, Büchern und TV-Shows. Für ihren Buchtitel über angeblichen Kindesmissbrauch wählt Dimond ausgerechnet den song BILLIE JEAN: „Be Careful Who You Love“.

 

Diane Dimond Be careful who you love book sources Michael Jackson Billie Jean
Diane Dimond in ihrer Welt der „Sources“

Skandale der Presse wie in Billie Jean oder Diane Dimond: Evan Chandlers „nächste Verbündete“

Grundlage für Dimonds Buch sind die Events um einen erfolglosen Drehbuchschreiber namens Evan Chandler. Chandler hatte sich 1993 eine Hollywoodkarriere mithilfe Michael Jackson erhofft. Chandlers Hoffnungen wurden enttäuscht, doch er gab nicht auf. Zunächst bedrohte Chandler Jackson, dann forderte er von Jackson vier Drehbücher, und als alles nichts half, ließ er den King of Pop medienwirksam des Kindesmissbrauchs beschuldigen. In einer typisch amerikanischen Zivilklage, die von seinem Chandlers Anwalt Larry Feldman in den Medien ausgetragen wurde, verdiente Chandler einige Millionen Dollar. Über die Inszenierung des Evan Chandler im Jahre 1993, in dessen Mittelpunkt er seinen eigenen Sohn stellte, fertigte der Drehbuchschreiber ein Skript, das er seit Januar 1994 versuchte, als Buch zu vermarkten. Doch auch dieses Mal wurden die Hoffnungen des Evan Chandler enttäuscht und so verklagte er Jackson im Jahre 1996 ein weiteres Mal. Chandler verlangte in seiner zweiten Klage, die Inszenierung von 1993, die er als „Massaker“ bezeichnet hatte, in einem Musikalbum besingen zu dürfen. Als Titel des Musikalbums hatte Chandler sich: „EVANstory“ vorgestellt. Ein Richter enttäuschte Chandlers Hoffnungen erneut und gab ihm diese Erlaubnis nicht. Doch 2004 fand Evan Chandler einen Verlag, der ihm seine Geschichte abkaufte und unter dem Titel „All That Glitters“ auf den Markt brachte. Grundlage für Chandlers Buch war das bereits 1993 erstellte „Skript“ des Drehbuchschreibers.

Chandlers Skript ist auch Grundlage für das Buch der Diane Dimond von 2005. Dimond beschreibt Chandlers Manuskript als „42-seitige Chronologie„, die „irgendwie in ihre Hände“ gelangt sei. In den 1990 sollte die Reporterin Diane Dimond im amerikanischen TV zur „Tabloid-Queen“ aufgebaut werden, also zur Persona der Klatschpresse. In der Chandler-Sache jedenfalls steckte Dimond, die ihr Geld mit Skandalen verdiente, so tief drin, dass Chandlers Anwalt Larry Feldman sie anpries als 2

„Diane Dimond, die wirklich deine nächste Verbündete ist.“

Anwalt Larry Feldman hatte 1993 den Zivilprozess des Evan Chandler gegen Michael Jackson in den Medien geführt und für sich selbst am Ende einen Profit in Höhe von $5Millionen generiert.

Wenn mit Diane Dimond und Billie Jean „die Lüge zur Wahrheit wird“ oder die vielen Wege der „EVANstory“

1996 veröffentlichte über Evan Chandlers „EVANstory“ ein fragwürdiger Charakter namens Victor Gutierrez ein Buch, versah Chandlers Geschichte mit pädophiler Fantasie und nannte es „Michael Jackson was my lover“. 1999 wurde Gutierrez schriftliche Kreation in einer gerichtlichen Entscheidung vom Markt genommen.

2004 veröffentlichte Evan Chandler zusammen mit seinem Bruder Raymond einen Roman über die „EVANstory“. Die Brüder machten mithilfe einer geeigneten Publikationsfirma aus Evan Chandlers Initiierung von 1993 eine Räuberpistole, die sich wie ein Filmskript des enttäuschten Hollywood-Drehbuchautors liest. Grundlage muss Evan Chandlers „Chronologie“ gewesen sein, mit der er seit Januar 1994 hausieren geht.

2005 schloss sich Klatschreporterin Diane Dimond dieser Gruppe nun auch ganz offiziell an und dekorierte in ihrem Buch die „EVAN-Story“ ihrer Reputation entsprechend gewohnt schlagzeilenlastig. Im Gegenzug ließ Dimond dafür aufschlussreiche, von Chandler beschriebene Ereignisse aus, die nicht in ihren Versuch passten, das seriöse Porträt eines „Dr.“ Chandler zu zeichnen. Chandlers gesetzwidriges Handeln, als er z.B. 1993 Jackson Morphine bis zur Bewusstlosigkeit verabreichte, gehören dazu.

Dimond schreibt Chandlers eigene, publizierte Story um

Diane Dimond verschweigt in ihrer Version der „EVANstory“ ebenso ihren eigenen „Sensationsbericht“ über die journalistische Blamage mit dem fragwürdigen Charakter Victor Gutierrez und ihrer Video-Fantasie von 1995. Gutierrez selbst verschweigt Dimond in ihrem Buch auch gleich mit. Dass Michael Jackson Dimond 1995 vor Gericht gebracht hatte, hält sie ihren Lesern ebenfalls vor.

Über Dimonds genaue Verbindungen zu Evan Chandler, die über Victor Gutierrez mit den pädophilen Tendenzen führen, klärt Dimond ihre Leser ebenfalls nicht auf. Übrig bleibt, dass Dimond in ihren Anstrengungen versagt, den Leser von irgendeiner Schuld des Michael Jackson zu überzeugen. Gepaart mit etwas eigener Recherche durch den Leser und einem daraus resultierendem Hintergrundwissen, hat der Reporterin Geschichte einen üblen Beigeschmack von Vortäuschung falscher Tatsachen.

Was auffällt, ist Dimonds fehlendes Vertrauen in Raymond und Evan Chandlers eigener Version der Kindesmissbrauch Behauptung im Buch von 2004 genannt „All That Glitters“. So existieren in Chandlers Buch Kapitel, die von der Erzählung her einfach nicht nachvollziehbar und schlicht völlig unlogisch sind. Und ausgerechnet diese Kapitel schreibt Dimond kurzerhand um. Aber in dem sie das tut, liefert sie damit so was wie einen ungewollten Gegenbeweis. Denn wenn Chandlers Story keine Story wäre, sondern einfach die Wahrheit, warum muss sie von denen, die so verzweifelt von Jacksons Schuld überzeugen wollen, so oft umgeschrieben werden?

Diane Dimond Paul Barresi Be careful who you love book 2005
Dimond, be careful who you love, hier: Barresi. 2005 Quelle

2005 promotete Diane Dimond ihre Version des behaupteten Kindesmissbrauchs dann auch noch ausgerechnet mit einem Ex-Pornostar: Paul Barresi. Dieser Ex-Pronostar mit dem fragwürdigen Ruf, verschaffte sich 1993 und einem Ehepaar namens Philipp und Stella Lemarque lukrative Tabloid-Interviews, die in der Schlagzeile den Namen „Jackson“ trugen.
Dimond, sei vorsichtig, wen du liebst. Source: 3, 4, 5, 6, 7 

Dimond: „Be careful who you love“ via BILLIE JEAN oder „viele Sources später“

Anonyme Sources“ sind in der Geschichte der „Fake-News“ im seriösen Journalismus aus der Mode gekommen. Wenn Dimond ihr Buch gleich auf der ersten Seite „allen ungenannten Sources“ widmet, verschafft sie einen Tabloid-Einstieg in ihre Version des Chandler-Skandals von 1993, der ironischer nicht sein könnte.

Dimond weidet sich an Jacksons Leibesvisitation

Gleich in der Eröffnung ergötzt Dimond sich an der Leibesvisitation Michael Jacksons im Dezember 1993 durch Staatsanwalt Sneddon und widmet sich detailliert an der für „den Star“ „außergewöhnlich erniedrigenden“ Prozedur des Strip-Searchs. Das Ganze liest sich wie die Beschreibung eines Sieges.

Dimonds Darstellung ist allerdings auffallend identisch mit ihrer besten Source“ namens Victor Gutierrez und seinem pädophilen Roman von 1995. Dimond veröffentlichte zehn Jahre nach Gutierrez, beide arbeiteten eng zusammen. Hatte Dimond von ihrer „besten source“ abgeschrieben? Welche Infomationen tauschten beide Reporter aus? (Kleine dichterische Differenzen ausgenommen: ist bei Dimond Jacksons Bademantel von der Farbe braun, ist derselbe Bademantel in Gutierrez Version „durchsichtig“. Und während Dimond ihren Jackson noch „You assholes!“ brüllen lässt, lässt Gutierrez seinen Jackson zur selben Sekunde „sons of bitches!“ lärmen. Je nach Vorliebe des Autors.)

Eine Frage bleibt: Wie gerät ein Boulevard Reporter an vertrauliche, nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Gerichtsprotokolle, die er dann auch noch in einem Buch vermarktet?

Die Figur „ihres“ Michael Jackson kreierte Dimond über die Leibesvisitation des Superstars von 1993 wie folgt: 8 

In Rage explodierend, wutentbrannt, lärmend, kämpfend, versucht auszubrechen, hysterisch, komplett unkontrollierbar, attackieren, flüchten, „Arschlöcher“ brüllend, außer Kontrolle, Zustand der Hysterie, sich „verweigern“, ringend, gellend, protestieren, Feindseligkeit, Ärger, Schrei, gewalttätig, schlagen, Geschrei erheben, man „kämpfte, ihn zu kontrollieren“, der Star rang, hinterfragte, floh Richtung Tür, Wut. Zum Ende „knallte Jackson mit heftiger Wucht die Tür zu“.

Und das alles in einem einzigen Kapitel, mit dem Dimond verzweifelt versucht, die Nichtexistenz eines Fotos zu erklären, das ein Beweis für Jacksons angebliche Schuld hätte sein sollen.

Jacksons Festnahme in Handschellen 2003, ein Jahrzehnt nach der Leibesvisitation durch Staatsanwalt Sneddon, „der ihr den Tipp zur Razzia von Jacksons Neverland Ranch gab“, 9 wird von Dimond als weiteres Highlight in ihrem Buch behandelt und ebenso minutiös ausgekostet.

Wie „the lie becomes the truth“ (BILLIE JEAN) oder das Universum der anonymen „Sources“ in der Welt der Diane Dimond

Dimond erklärt der Welt ihren Michael Jackson durch einen bunten Strauß von „sources“. Die Reporterin „kultivierte sources“ in ihrem jahrzehntelangen Versuch, Jackson schuldig zu sprechen.

Diane Dimond Michael Jackson Tabloid Burt Kearns
Burt Kearns über Diane Dimond. source

In den Medien stellt sich Dimond gerne als Insider dar. Die Staatsanwaltschaft allerdings hielt im einzigen Prozess gegen Michael Jackson 2005 Dimond mit ihren „anonymen sources“ für derartig belanglos, dass niemand sie für die Beweisaufnahme auch nur erwähnte. Dimonds „vertrauliche sources“, denen sie hunderte von Seiten widmet, existieren nur in der Welt der Diane Dimond, in der Realität eines ordentlichen Gerichts waren sie wertlos.

Dimonds Buch von 2005 und ihre Reportagen sind sprudelnde Quelle all ihrer Sources:

„Sources der Familie“, „Sources nahe der Familie“, „vertrauliche Sources“, „Sources der Strafverfolgungsbehörden“, „cold call Sources“, „neue Sources, „die Source“, „etliche Sources“, „Sources von innerhalb“, „eigene Sources“, „neu gewonnene Source“,„deren Informations-Source“ geht über in „meine Informations-Source“, „informierte Sources“, „eine Source“, „eine andere Source“, „Industrie Sources“, „Geschäfts Sources“, „glaubwürdige Sources“, „andere Sources“, „vielfache Sources innerhalb“, „Source in England“, „legale Sources“, „Sources mit Erfahrung“, „eine unabhängige Source“, „Sources aus dem Presseamt“, „informierte Sources“, „Cop-Sources“, „andere Sources“, „äußerst glaubwürdige Sources“. 10 

Dimonds Sources sind nicht untätig:

„Meine Sources sagen alle“, „meine Sources erzählen mir“, „wir erfuhren von anderen Sourcen“, „Sources berichteten mir“, „Sources sagten“, „nach Aussage von Sources“, „Sources meldeten mir“, „Sources bestätigten“, „vertrauliche Source erzählte mir“, „Sources … haben mir gestanden“, „Sources erzählten mir eindringlich“, „Sources, mit denen ich gesprochen habe“, „Sources eröffneten“, „vertrauliche Sources erwähnten“, „Sources, die sich verpflichtet fühlten hinzuzufügen“.

„Mir wurde erzählt von sehr, sehr, langfristen, glaubwürdigen sources“.

Derartig viele sources schmücken Dimonds Versuch, den von einem Gericht freigesprochenen Michael Jackson im Tabloid-Business schuldig zu sprechen. Zum Ende ihres Potpourri von „Sources“ verwendet Dimond jene gar als Zeitmesser:

„Viele sources später“.

Ihre ur-eigene Version des Michal Jackson, den Dimond nie persönlich kennengelernt hatte, kreiert sie schließlich mit folgenden Begriffen:

„Extrem ungebildet, aber weise in schlimmsten Verhaltensweisen menschlichen Verhaltens“, „seine fortwährende Verwandlung seines Gesichtes hätte uns den ersten Hinweis geben sollen“, „Mann-Kind“, „verräterische Zeichen“, „extravagant“, „spätblühende Eskapaden“, „bizarre Persona“, „heftig aufgemachtes Gesicht“, „operativ verändertes Gesicht“, „grotesk fabriziert“,„leise Stimme“, „dürre Stimme“, „vertuschen“, „undenkbar“, „Pfad der Zerstörung“ „quälend“, „Sehnsüchte und Heimlichkeiten“, „Sünde“, „Drama“. 11 

Und völlig am Ende krönt Diane Dimond ihren eigenen Höhepunkt mit folgendem Satz:

„Jackson vollführte einen langsamen Tanz der Verführung“. 12 

Worte wie diese haben keinen Platz in der Beschreibung von Kindesmissbrauch, mag er auch nur behauptet werden. Worte wie diese erinnern an Unterhaltung für Pädophilie.

Dimonds Kult um den Begriff „boy“: 443 Mal

Der Leser wird stutzig, wie oft Diane Dimond in ihrem schriftstellerischen Werk den Begriff „boy“, also „Junge“, favorisiert, gerne auch „young boys“. Dimond benutzt das Wort sage und schreibe 443 Mal. Auch das erinnert an die pädophilen Tendenzen des Victor Gutierrez. Und beide Schreiber sind mit ihrer eigenen Wortwahl einem Michael Jackson um Längen voraus. Jacksons nutzte stets den Begriff „Kinder“, nie betrieb er den Kult um „boys“ wie Gutierrez und Dimond es getan hatten.

Und zum Ende ihrer Meinungsmache von 2004 wirft die Autorin Diane Dimond dem weltbekannten Entertainer Michael Jackson übrigens vor, die Öffentlichkeit zu beeinflussen.

Michael Jackson, Diane Dimond und BILLIE JEAN oder wie die Lügen der Reporter zur Wahrheit werden

Nicht nur Dimonds Titelauswahl für ihr Buch vom Song BILLIE JEAN ist eine Fortsetzung der Gutierrez-Publikation von 1995: „Michael Jackson was my lover“. Dimond und Gutierrez missbrauchten Jackson wiederholt, denn die Zeile „Billie Jean is not my lover“ und „be careful who you love“ gehört ihm. Er hatte sie 1982 für BILLIE JEAN geschrieben, seinem Lied über Lüge, Erpressung und Betrug, über Skandale und falsche Behauptungen. BILLIE JEAN, in deren 13 

„Intrigen und Plänen … die Lüge zur Wahrheit wird“

Dimonds Titelwahl „Be Careful Who You Love“ aus BILLIE JEAN sollte wohl als originelle Warnung an Jackson verstanden werden. Doch schon im Titel liegt die Reporterin falsch in ihrer Beurteilung.

Jacksons BILLIE JEAN handelt nur oberflächlich von der Verführung durch eine Frau, der er nicht widerstehen konnte. Und Reporterin Dimond wählte mit BILLIE JEAN ausgerechnet einen Song für ihre Abhandlung des Skandals um den Entertainer, in dem seine Kritik an den Medien versteckt ist.

Jackson wollte Weltstar sein, deshalb war er von der Presse abhängig. Er brauchte ihre positiven Schlagzeilen und ihre Aufmerksamkeit. Er musste mit der Presse „tanzen“, das gehörte zum Preis seines Ruhmes. Sie, die Presse, musste ihn umwerben als „den Einzigen“. Wenn Jackson singt, dass BILLIE JEAN ihn dann schließlich als „den Einzigen“ auserwählt, ist das für ihn, der die mediale Aufmerksamkeit braucht, sicherlich so verlockend „wie der Duft von süßem Parfum“.

Wer im Scheinwerferlicht „der Einzige“ sein will, muss sich auf eine Liaison mit der Presse einlassen. Jackson besingt in BILLIE JEAN die Augen derer, „die davon träumten, der Eine zu sein.“ Nur die Presse ist wie BILLIE JEAN in der Lage, „eine Szene zu verursachen“ für den Einzigen, das Supertalent. Im Scheinwerferlicht.

Jackson singt aber auch, dass BILLIE JEAN verschlagen ist, dass sie über ihn Geschichten erfindet und als ihre Wahrheit ausgibt. Er erzählt von Gerichtsprozessen, in denen BILLIE JEAN die Lüge erfand, er sei Vater eines Kindes, „dessen Augen so aussehen wie meine“. BILLIE JEAN beschreibt er als Lügnerin, sie ist gefährlich und beeinflusst die Öffentlichkeit. BILLIE JEAN, in deren Geschichte „die Lüge zur Wahrheit wird“ und Reporter auf Kosten des Stars ihren Umsatz machen, in der Schlagzeilen und Skandale sich als Wahrheit in das Bewusstsein der Öffentlichkeit einbrennen. Jackson dementiert heftig im Song. Doch was hilft’s?

Reporterin Diane Dimond wählt also für ihren Buchtitel ausgerechnet aus Jacksons gesamten Repertoire BILLIE JEAN, jenes Lied, das als Verriss an Reportern wie sie zu verstehen ist.

BILLIE JEAN ist Jacksons Musikfilm über einen gesichtslosen „Enthüllungsjournalisten“ der dem Star den „BILLIE-JEAN-Skandal“ unterschieben will, den er von der Straße aufgehoben hatte. Gossip aus der Gosse. Das ist „Zu Schade“, Dimond. TOO BAD.  14 

Zeitung mit Billie Jean Scandal in Michael Jackson Kurzfilm
Jackson prophetischer „Billie Jean Scandal“ in seinem Kurzfilm von 1983. Quelle

Gelangweilte Hausangestellten mit Lockenwicklern werden in Jacksons Film zu Informanten, die für einen Augenblick ihres vergitterten Daseins wichtig erscheinen. 15 

Jacksons BILLIE-JEAN-Skandal von 1982 prophezeit punktgenau den Chandler-Skandal von 1993. Vielleicht hatte er Ähnliches schon immer befürchtet und die Antwort 1983 gleich vorweggenommen:

„… Not My Lover.“

Der „Enthüllungsjournalist“ in BILLIE JEAN wird am Ende von der Polizei verhaftet und ist weg vom Bildschirm. Ein Happy End leider nur im Film.

Am 28. Juni 2009 betitelte Klatschreporterin Diane Dimond auf ihrer Webseite einen ihrer Artikel „MJ and Me“. MJ und ich. 16 
Dimond hatte ihre Rolle in dem Opus, das den Namen Michael Jackson trägt, schon immer zu wichtig genommen.


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Quellen

  1. Dimond, Diane, A Word About Sources …, . 08.07.2009, 03.07.2017, „The End Result of Confidential Sources.“, https://web.archive.org/web/20171014104335/http://dianedimond.net/michael-jackson-dead-at-50/
  2. Chandler, Raymond, ALL THAT GLITTERS – The Crime and the Cover Up,  2004.08.02., „Right. Listen to this, Evan. Maureen Orth is writing this big Vanity Fair article.“ And when she went out to see Fields he said, we’re going to litigate this case hard and heavy, we’ve got nothing to hide. Now he wants a six-year stay! She’s fuckin‘ gonna see this and flip … and Diane Dimond too, you know, who’s really your closest ally., Chanadon Publications Limited; Edited by Gail M. Kearns, GMK Editorial & Writing Services, Santa Barbara, California, Seite 249
  3. 1_Anmerkung: LeMarque, Philippe und Stella, 1993/2005, Das Ehepaar Phillippe und Stella LeMarque arbeitet auf Neverland für ca. 10 Monate bis 1991. Verschuldet verkaufen sie 1993 inmitten der Tabloid-Hysterie dem GLOBE die Schlagzeile „Wir sahen Michael Kinderstar missbrauchen“. Jackson und McCauly Culkin: zwei große Namen in Trouble kosten doppelt. Le Marque will 1991 zugesehen haben, wie die Hand seines ehemaligen Bosses auf der Hose vom damals 11jährigen Culkin gelegen haben soll. Das war ihre Basis-Story, ohne Extras. Aufpreis verlangte er für die Deluxe-Version, in der er von der Hand in der Hose erzählte. Die LeMarques offerierten ihr Angebot zum Preis von $ 500 000. Paul Barresi war ihr Mittelsmann zur Klatschzeitung GLOBE. Der war hauptberuflich Porno-Star und nebenberuflich Tabloid-Broker. Seine Verhandlungen mit den LeMarques zeichnete er rechtswidrig auf, spielte das Band aber dem Staatsanwalt zu und entging damit dem Vorwurf der Illegalität. Vorweg kontaktierte er den GLOBE, der zahlte Bares und machte die Story spritzig mit der Formulierung, die Staatsanwaltschaft würde ermitteln. Die ist tatsächlich genötigt, jede Anzeige zu prüfen und wurde damit zur Marionette der Presse. Die Story der LeMarques war nur eine Story und damit wertlos. Eine Anklage gegen Jackson gab es nicht. (2003 hatte Sneddon dann seine Anklage gegen Jackson, aber auch die ist so schwach, dass er Leute wie die LeMarques als Zeugen präsentiert, die nie welche waren. Auch ihre Aussage, die Tabloids 1993 teuer bezahlten, führt 2005 zu einem Freispruch Jacksons.)
  4. Frontline – TV Produktion, Tabloid Truth: The Michael Jackson Story, Regisseur: Thomas Lennon, Schreiber: Cramer, Richard Ben; Lennon, Thomas. 1994.02.15., https://www.youtube.com/watch?v=BWoX4gd4JW0; „We practice a form of checkbook journalism – but so does everybody else in this business, almost without exception.“ When the scandal broke, they turned to their friend, Paul Barresi,a former porn star who claimed he’d once made a hundred-grand selling a story to The Enquirer. Barresi: “My interest in helping them was that they promised me a percentage of what they got. I was not on any kind of crusade to bring anyone to justice; and whether Michael was guilty or innocent at that point was inconsequential. My interest was strictly for the money. As was their interest too, I might add.“, Frontline Season 12 Episode 10 , www.tv.com/shows/frontline/tabloid-truth-the-michael-jackson-story-1303054/ 
  5. Frontline – TV Produktion, Tabloid Truth: The Michael Jackson Story , Regisseur: Thomas Lennon, Schreiber: Cramer, Richard Ben; Lennon, Thomas. 1994.02.15., Deutsche Übersetzung: „Paul Barresi ist ein ehemaliger Porno-Star, der sein Geld mit Schlagzeilen für die Tabloids verdiente. Die erfundene Story eines Paares – Stella und Philippe LeMarque – über Jackson, hatte Barresi illegal auf Band aufgenommen. „Wir trafen uns – Stella und ich und dieser Korrespondent von Inside Edition. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Story möglicherweise ein halbes dutzend Mal gehört und der einzige Unterschied war diesmal, dass ich ein Aufnahmegerät an meinem Gürtel hatte. Ich wollte die Gelegenheit wahrnehmen, und ihre Geschichte selbst verkaufen. Montag Morgen stand ich auf und mir ging auf, was ich mit dem Band machen sollte; Ich wollte es zum Büro des Staatsanwaltes bringen und als Beweis übergeben. Ich wusste, dass der Staatsanwalt diese Information glücklich mit offenen Armen aufnehmen würde und zweitens wusste ich, die Tabloids wie eine Harfe zu spielen. Das war die Art, es im großen Stil zu machen.“ Brachte Barresi das Band zum D.A. (Anm.: Staatsanwalt), hatte er nichts wegen seiner illegalen Aufzeichnungen zu befürchten. Außerdem würde es die Story versüßen. Wenn der D.A. an der Story arbeitet, ist das „Action“, ist das „Insider Information“. Barresi: „Das funktionierte gut. Wenn meine Story auch nur im Geringsten harmlos wirken würde, hätten sie sie aus dem Fenster geworfen. Deshalb war das die eine Möglichkeit, es im großen Stil zu machen. Deshalb rief ich den Editor vom ‚GLOBE‘ an und sagte, „Ich habe das Band, ich bin auf dem Weg die Stadt runter, um es dem Staatsanwalt auszuhändigen.“ Und seine Worte waren, „lass uns mitkommen.“ Und da wusste ich, dass ich ihn hatte. Mein nächster Gedanke war, ihn nach $30 000 zu fragen. Man muss immer doppelt so hoch anfragen, wie man hofft, erzielen können. Er legte mich in die Warteschleife, und innerhalb von einer Minute kam er zurück und sagte, „nun, wir können dir keine Dreißig geben, wir werden dir Zehn geben.“ Ich sagte, „Mach fünfzehn“, er sagte, „Wir sind im Geschäft.“ Ob er die Schlagzeilen hat kommen sehen, wird Barresi vom Moderator der Sendung gefragt. „Oh, ja, natürlich, und ich konnte auch das Geld kommen sehen.“ Moderator: „Barresi beließ es nicht mit dem ‚GLOBE‘.“, Frontline Season 12 Episode 10, https://www.youtube.com/watch?v=BWoX4gd4JW0
  6. LeMarque, Philip und Stella, Jackson Case: D.A.’s Sleazy Witness, 2005.04.04., abgerufen 2017.03.01., the smoking gun Webseite „While it is unclear if the Lemarques ever consummated a tabloid deal, Barresi himself pulled an end-around on the couple, selling their story to the Globe after surreptitiously taping a meeting during which the pair laid out their charges against Jackson (the resulting piece was headlined „We Saw Michael Molesting Child Star“). Barresi made sure to have a photographer secretly memorialize an August 1993 chat with the Lemarques at an outdoor café (he is pictured at left with the couple).“,  www.thesmokinggun.com/documents/crime/jackson-case-das-sleazy-witness 
  7. LeMarque, Philip und Stella, Jackson Case: D.A.’s Sleazy Witness, 2005.04.04., abgerufen 2017.03.01., „…In 1997, Lemarque launched Virtual Sin, a web site he operated until last year. Billed as „the most sinful site on the internet,“ Lemarque’s flagship porn offered explicit photos and videos and greeted web surfers with the words, „Welcome Beaver Hunters.“ With photo galleries devoted to „Blowjobs“ and „ANAL,“…,“ https://www.thesmokinggun.com/documents/crime/jackson-case-das-sleazy-witness 
  8. Dimond, Diane, Be Careful Who You Love: Inside the Michael Jackson Case, 2005.11.07., Von Dimond verwendete Beschreibungen in Bezug auf Jacksons angebliches Verhalten während seiner Leibesvisitation durch die Staatsanwaltschaft am 20.12.1993: uneasy, explode in a rage, pointing, shouted directing, enraged, ranted, struggled, attempt to break free, hysterical, completely uncontrollable, fought to control him, to attack, to flee the room, „assholes“, screamed, out of control, state of hysteria, refusing, outburst, struggling, yelled, protested, hostility, anger, scream, oblivious, violently, slapped, ranted, the star struggled, questioned, quickly, coming after, headed to the door, yelled, rage, „with great gusto slammed the door“., Seite Atria Books. Kindle-Version
  9. Kearns, Burt, The man who produced „Hard Copy“ and „A Current Affair“ remembers the gory, golden age of trash TV., 1999.12.01., 2017.02.27., „In 2003, the Santa Barbara D.A. (who assisted her in that lawsuit) tipped her to his raid of Jackson’s Neverland Ranch.“, https://tabloidbaby.blogspot.com/search?q=diane+dimond
  10.   Dimond, Diane, Be Careful Who You Love: Inside the Michael Jackson Case, 2005.11.07., Wortstatistik für „Sources“/“Source“ in Dimonds Buch: „family sources“, „sources close to the family“, confidential sources, law enforcement sources, „cold call“ sources, new sources, „The source“, „several sources“, „sources inside“, „source of mine“, „newly acquired source“, „their Source of information“ geht über in „my source of information“, „informed sources“, „a source“, „another source“, „industry sources“, „business sources“, „reliable sources“, „other sources“, „multiple sources inside“, „a source in england“, „legal sources“, „sources who are experienced“, „an independent source“, „public relation sources“, „informed sources“, „cop sources“,„another source“, „very reliable sources“,„My sources all say“, „My sources are telling me“, „we learned from another source“, „Sources told me“, „sources said“, „according to sources close to“, „were reporting to me“, „sources confirmed“, „this confidential source told me“, „sources … have admitted to me“, „sources told me, emphatically …“, „ sources that I had spoken to“, „sources revealed“, „confidential sources had mentioned“, „source who feel compelled to add“, „I am told by very, very long-term, reliable sources“, Atria Books. Kindle-Version
  11. Dimond, Diane, Be Careful Who You Love: Inside the Michael Jackson Case, 2005.11.07., „grotesquely, manufactured, path of destruction, grossly undereducated but wise in the ways of the worst kind of human behavior, anguish, longings and secrecy, his ever-changing face should have given us the first clue, struggled, telltale signs, extravagant, cover up, man-child, late-blooming antics, unthinkable, sin, Drama, struggle, bizarre persona, face was heavily made up, surgically altered face, soft-voice, wispy-voiced.“, Seite Atria Books. Kindle-Version
  12. Dimond, Diane, Be Careful Who You Love: Inside the Michael Jackson Case, 2005.11.07., „Jackson performed a slow dance of seduction.“, Atria Books. Kindle-Version
  13. Jackson, Michael, BILLIE JEAN – Album: Michael Jackson’s Thriller, 30.11.1982, EPIC Records „For forty days and forty nights/The law was on her side/But who can stand when she’s in demand/Her schemes and plans[…] And be careful of what you do, ‚cause the lie becomes the truth“
  14. Jackson, Michael, TOO BAD, Album: HIStory-Past, Present and Future Book I, 14.06.1995, Sony Music
  15. Jackson, Michael, Michael JACKSON – HIStory ON FILM – VOLUME II, DVD. 1997, DVD BILLIE JEAN. Kurzfilm. Erstveröffentlichung 1982., MJJ Ventures/Sony Music Entertainment
  16. Dimond, Diane, Michael Jackson Dead at 50 – MJ and Me, 28.06.2009, 03.07.2017, https://web.archive.org/web/20171014104335/http://dianedimond.net/michael-jackson-dead-at-50/;

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