XXVIII. Der Jackson Missbrauch 2005. Diane Dimond: „Be Careful who you love“. Mehr als eine Buchkritik

Am 22. November 2005 war es soweit: Enthüllungsjournalistin Diane Dimond enthüllte „Das Endergebnis geheimer Quellen“, Dimond enthüllte ihre Version der Evan Chandler Story – hier „Dr.“ Chandler – in ihrem Buch, das sie betitelte: „BE CAREFUL WHO YOU LOVE“. 1

 

Diane Dimond in ihrer ganzen eigenen Welt der „Sources“

Diane Dimond: Evan Chandlers „nächste Verbündete“

Grundlage für Dimonds Version der Events um Evan Chandlers medienwirksame Behauptungen „Jackson: Kindesmissbrauch“ von 1993, mit dem der Drehbuchautor Millionen Dollar verdient hatte, sei eine „42-seitige Chronologie“ Chandlers, die „irgendwie in ihre Hände“ gelangt sei.

„Diane Dimond, die wirklich deine nächste Verbündete ist.“

Larry Feldman, 1993 der Anwalt Evan Chandlers. 2 

Evan Chandler, der drehbuchschreibende Zahnarzt, hegte 1993 die Hoffnung, dass Michael Jackson ihm eine Hollywoodkarriere ermöglichen würde. Nachdem Jackson Chandlers Hoffnungen nicht erfüllte, forderte der vier Drehbücher vom King of Pop und machte seine Drohungen wahr, Jackson des Kindesmissbrauchs zu beschuldigen.

Dimonds schlagzeilenlastige „EVANstory“

1996 veröffentlichte über die „EVANstory“ Victor Gutierrez sein Buch, versah die Chandlers Geschichte mit pädophilem Erfindungsreichtum, nannte es „Michael Jackson was my lover“. 1999 wurde Gutierrez Werk in einer gerichtlichen Entscheidung vom Markt genommen.

2004 veröffentlichten die Chandler Brüder Evan und Raymond ihren Roman über die „EVANstory“ und machen daraus eine Räuberpistole, die sich wie ein Filmskript des Drehbuchautors liest.

2005 schloss sich Klatschreporterin Diane Dimond dieser Gruppe nun auch ganz offiziell an und dekorierte in ihrem Buch die „EVAN-Story“ gewohnt schlagzeilenlastig. Im Gegenzug ließ Dimond dafür aufschlussreiche, von Chandler beschriebene Ereignisse einfach aus, die nicht in ihren Versuch passten, ein seriöses Porträt eines „Dr.„ Chandler zu zeichnen. Evan Chandlers gesetzwidriges Handeln, als er z.B. 1993 Jackson Morphine bis zur Bewusstlosigkeit verabreichte, gehören mit dazu.

Dimond schreibt Evans Story um

Was Dimond in ihrer „EVANstory“ ebenso verschweigt, ist ihr „Sensationsbericht“ über die journalistische Blamage mit Victor Gutierrez Video-Fantasie von 1995 u.v.m.. Gutierrez selbst verschweigt Dimond in ihrem Buch auch gleich mit. Dass Michael Jackson die Reporterin Dimond 1995 vor Gericht gebracht hatte, hält sie ihren Lesern ebenfalls vor.

Diane Dimonds genaue Verbindungen zu Evan Chandler, die höchstwahrscheinlich nur über Victor Gutierrez mit den pädophilen Tendenzen führen, hält Dimond uns leider auch vor. Übrig bleibt, dass Dimond in ihren Anstrengungen versagt, den Leser von irgendeiner Schuld des Michael Jackson zu überzeugen. Gepaart mit etwas eigener Recherche und Hintergrundwissen, hat der Reporterin Geschichte einen üblen Beigeschmack von Vortäuschung falscher Tatsachen.

Aufschlussreich allerdings ist Dimonds fehlendes Vertrauen in Raymond und Evan Chandlers eigener Version der „Jackson: Kindesmissbrauch“ Behauptungen im Buch von 2004 „ALL THAT GLITTERS“. Ausgerechnet Chandlers so absolut nicht nachvollziehbare und unlogische Stellen im Buch schreibt Reporterin Dimond kurzerhand um. Und liefert damit so was wie einen ungewollten Gegenbeweis. Doch wenn die Story keine wäre, sondern die Wahrheit, warum muss sie von denen, die von Jacksons Schuld überzeugen wollen, so oft umgeschrieben werden?

Diane Dimond Paul Barresi
Dimond, be careful who you love, hier: Barresi. 2005 Quelle

2005 promotete Diane Dimond ihre ganz eigene schriftstellerische Version der Behauptung des Evan Chandler von 1993 ausgerechnet mit einem Ex-Pornostar: Paul Barresi, der dem Ehepaar Philipp und Stella Lemarque 1993 lukrative Tabloid-Interviews zur Sache Michael Jackson verschaffte.

Dimond, sei vorsichtig, wen du liebst. Source: 3, 4, 5, 6, 7 

Dimond: Sei vorsichtig, wen du liebst, oder auch „viele Sources später“

Anonyme Sources“ sind im Laufe der Jahre und in der Geschichte der „Fake-News“ im seriösen Journalismus aus der Mode gekommen. Wenn Diane Dimond ihr Buch gleich auf der ersten Seite „allen ungenannten Sources“ widmet, verschafft sie einen Tabloid-Einstieg in ihre Version des Chandler-Skandals von 1993, der ironischer nicht sein könnte.

Dimond weidet sich an Jacksons Leibesvisitation

Gleich in der Eröffnung ergötzt Dimond sich an der Leibesvisitation Michael Jacksons im Dezember 1993 durch Staatsanwalt Sneddon und widmet sich detailliert an der für „den Star“ „außergewöhnlich erniedrigenden“ Prozedur des Strip-Search. Das Ganze liest sich wie die Beschreibung eines Sieges.

Dimonds Darstellung dieses Events ist allerdings auffallend identisch mit der des Victor Gutierrez in dessen pädophilen Roman von 1995. Da Dimond zehn Jahre später nach Gutierrez veröffentlicht, lässt das das wohl den Schluss zu, dass sie wohl von ihrer „besten Source“ abgeschrieben hat?

Aber doch sind da kleinere dichterische Differenzen zwischen Dimond und Gutierrez auszumachen: Ist bei Dimond noch Jacksons Bademantel von der Farbe braun, war er in Gutierrez Version natürlich „durchsichtig“. Jeder nach seinen persönlichen Vorlieben. Und während Dimond ihren Jackson noch „You assholes!“ brüllen lässt, lässt Gutierrez seinen Jackson zur selben Sekunde „sons of bitches!“ lärmen.

Für die Figur „ihres“ Michael Jackson kreierte die Tabloid-Reporterin Diane Dimond ihren ganz eigenen – überflüssigen – Erguss über die Leibesvisitation des Pop Superstars von 1993 mit folgenden Beschreibungen:
In Rage explodierend, wutentbrannt, lärmend, kämpfend, versucht auszubrechen, hysterisch, komplett unkontrollierbar, attackieren, flüchten, „Arschlöcher“ brüllend, außer Kontrolle, Zustand der Hysterie, sich „verweigern“, ringend, gellend, protestieren, Feindseligkeit, Ärger, Schrei, gewalttätig, schlagen, Geschrei erheben, man „kämpfte, ihn zu kontrollieren“, der Star rang, hinterfragte, floh Richtung Tür, Wut. Zum Ende „knallte Jackson mit heftiger Wucht die Tür zu“. 8 
Und das alles in einem einzigen Kapitel, mit dem sie versucht, die Nichtexistenz eines Fotos zu erklären, das ein Beweis hätte sein sollen.


Jacksons Festnahme in Handschellen 2003, ein Jahrzehnt nach der Leibesvisitation durch Staatsanwalt Sneddon, „der ihr den Tipp zur Razzia von Jacksons Neverland Ranch gab“, 9 ist Dimonds weiteres Highlight in ihrem Buch und wird ebenso minutiös ausgekostet.

How the lie becomes the truth oder Das Universum der anonymen „Sources“ in der Welt der Diane Dimond

In ihrer Abhandlung erklärte Diane Dimond der Welt ihren Michael Jackson durch einen bunten Strauß von „Sources“. Reporterin Dimond „kultivierte Sources“ in ihrem jahrzehntelangen Versuch, Jackson schuldig zu sprechen.

In den Medien stellt sich Dimond gerne als Insider dar. Die Staatsanwaltschaft allerdings hielt im tatsächlich einzigen Prozess gegen Michael Jackson 2005 Dimond mit ihren „anonymen Sources“ für derartig belanglos, dass niemand sie für die Beweisaufnahme auch nur erwähnte.

Dimonds Buch von 2005 und ihre Reportagen sind sprudelnde Quelle all ihrer Sources:

„Sources der Familie“, „Sources nahe der Familie“, „vertrauliche Sources“, „Sources der Strafverfolgungsbehörden“, „cold call Sources“, „neue Sources, „die Source“, „etliche Sources“, „Sources von innerhalb“, „eigene Sources“, „neu gewonnene Source“,„deren Informations-Source“ geht über in „meine Informations-Source“, „informierte Sources“, „eine Source“, „eine andere Source“, „Industrie Sources“, „Geschäfts Sources“, „glaubwürdige Sources“, „andere Sources“, „vielfache Sources innerhalb“, „Source in England“, „legale Sources“, „Sources mit Erfahrung“, „eine unabhängige Source“, „Sources aus dem Presseamt“, „informierte Sources“, „Cop-Sources“, „andere Sources“, „äußerst glaubwürdige Sources“. 10 

Dimonds Sources sind nicht untätig:

„Meine Sources sagen alle“, „meine Sources erzählen mir“, „wir erfuhren von anderen Sourcen“, „Sources berichteten mir“, „Sources sagten“, „nach Aussage von Sources“, „Sources meldeten mir“, „Sources bestätigten“, „vertrauliche Source erzählte mir“, „Sources … haben mir gestanden“, „Sources erzählten mir eindringlich“, „Sources, mit denen ich gesprochen habe“, „Sources eröffneten“, „vertrauliche Sources erwähnten“, „Sources, die sich verpflichtet fühlten hinzuzufügen“.

„Mir wurde erzählt von sehr, sehr, langfristen, glaubwürdigen Sources“.

Derartig viele Sources schmücken Dimonds Versuch, den von einem Gericht freigesprochenen Michael Jackson, im Tabloid-Business schuldig zu sprechen, dass sie ihr Potpourri von „Sources“ zum Ende ihrer Erzählung als Zeitmesser verwendet

„Viele Sources später“.

In Dimonds Anstrengungen, ihren ganz eigenen Jackson den Lesern nahe zu bringen, wählt die Reporterin in ihrem Buch folgende Begriffe:

„Extrem ungebildet, aber weise in schlimmsten Verhaltensweisen menschlichen Verhaltens“, „seine fortwährende Verwandlung seines Gesichtes hätte uns den ersten Hinweis geben sollen“, „Mann-Kind“, „verräterische Zeichen“, „extravagant“, „spätblühende Eskapaden“, „bizarre Persona“, „heftig aufgemachtes Gesicht“, „operativ verändertes Gesicht“, „grotesk fabriziert“,„leise Stimme“, „dürre Stimme“, „vertuschen“, „undenkbar“, „Pfad der Zerstörung“ „quälend“, „Sehnsüchte und Heimlichkeiten“, „Sünde“, „Drama“. 11 

Ihren eigenen Höhepunkt krönt Diane Dimond mit folgenden Satz:

„Jackson vollführte einen langsamen Tanz der Verführung“. 12 

Worte wie diese haben keinen Platz in der Beschreibung von Kindesmissbrauch, mag er auch nur behauptet werden. Worte wie diese erinnern an Unterhaltung für Pädophilie.

Dimonds Kult in ihrem Buch um den Begriff „boy: 443 Mal

Der Leser wird stutzig, wie oft Diane Dimond in ihrem schriftstellerischen Werk den Begriff „boy“, also „Junge“, favorisiert, gerne auch „young boys“. Dimond benutzt das Wort sage und schreibe 443 Mal. Auch das erinnert stark an die pädophilen Tendenzen des Victor Gutierrez. Und beide Schreiber sind mit ihrer eigenen Wortwahl einem Michael Jackson um Längen voraus. Jacksons nutzte stets den Begriff „Kinder“, nie betrieb er den Kult um „boys“ wie Gutierrez und Dimond es getan hatten.

Zum Ende ihrer Meinungsmache von 2004 wirft die Autorin Diane Dimond dem weltbekannten Entertainer Michael Jackson übrigens vor, die Öffentlichkeit zu beeinflussen.

Michael Jackson BILLIE JEAN, in der Lügen der Reporter zur Wahrheit werden

Nicht nur Dimonds Titelauswahl für ihr Buch ist eine Fortsetzung der Gutierrez Publikation von 1995: „Michael Jackson was my lover“. Dimond und Gutierrez missbrauchen wiederholt Jackson, denn die Zeile gehört ihm. Er hatte sie 1982 für BILLIE JEAN geschrieben, seinem Lied über Lüge, Erpressung und Betrug, über Skandale und falsche Behauptungen. BILLIE JEAN, in deren 13 

„Intrigen und Plänen … die Lüge zur Wahrheit wird“

Dimonds Titelwahl „Be Careful Who You Love“ sollte wohl als originelle Warnung an Jackson verstanden werden. Doch schon im Titel liegt die Reporterin falsch in ihrer Beurteilung.

Jacksons BILLIE JEAN handelt nur oberflächlich von der Verführung durch eine Frau, der er nicht widerstehen konnte. Und Reporterin Dimond wählte ausgerechnet einen Song für ihre Abhandlung des Skandals um den Entertainer, in dem seine Kritik an den Medien versteckt ist.

Jackson wollte Weltstar sein, deshalb war er von der Presse abhängig. Er braucht ihre positiven Schlagzeilen und ihre Aufmerksamkeit. Er musste mit der Presse „tanzen“, musste zu ihr ins Bett steigen, das gehörte zum Preis seines Ruhmes. Sie, die Presse, musste ihn umwerben als „den Einzigen“. Wenn Jackson singt, dass BILLIE JEAN ihn dann schließlich als „den Einzigen“ auserwählt, ist das für ihn, der die mediale Aufmerksamkeit braucht, so verlockend „wie der Duft von süßem Parfum“.

Wer im Scheinwerferlicht „der Einzige“ sein will, muss sich auf eine Liaison mit der Presse einlassen. Jackson besingt in BILLIE JEAN die Augen derer, „die davon träumten, der Eine zu sein.“ Nur die Presse ist wie BILLIE JEAN in der Lage, „eine Szene zu verursachen“ für den Einzigen, das Supertalent. Im Scheinwerferlicht.

Jackson singt aber auch, dass BILLIE JEAN verschlagen ist, dass sie über ihn Geschichten erfindet und als ihre Wahrheit ausgibt. Er erzählt von Gerichtsprozessen, in denen BILLIE JEAN die Lüge erfand, er sei Vater eines Kindes, „dessen Augen so aussehen wie meine“. BILLIE JEAN beschreibt er als Lügnerin, sie ist gefährlich und beeinflusst die Öffentlichkeit. BILLIE JEAN, in deren Geschichte „die Lüge zur Wahrheit wird“ und Reporter auf Kosten des Stars ihren Umsatz machen, in der Schlagzeilen und Skandale sich als Wahrheit in das Bewusstsein der Öffentlichkeit einbrennen. Jackson dementiert heftig im Song. Doch was hilft’s?

Reporterin Diane Dimond wählt also für ihren Buchtitel ausgerechnet aus Jacksons gesamten Repertoire jenes Lied, das als Verriss an Reportern wie sie zu verstehen ist.

Das ist „Zu Schade“, Dimond. TOO BAD.  14 

Zeitung mit Billie Jean Scandal in Michael Jackson Kurzfilm
Jackson prophetischer „Billie Jean Scandal“ in seinem Kurzfilm von 1983. Quelle

BILLIE JEAN ist Jacksons Musikfilm über einen gesichtslosen „Enthüllungsjournalisten“ der dem Star den „BILLIE-JEAN-Skandal“ unterschieben will, den er von der Straße aufgehoben hatte. Gossip aus der Gosse.

Gelangweilte Hausangestellten mit Lockenwicklern werden in Jacksons Film zu Informanten, die für einen Augenblick ihres vergitterten Daseins wichtig erscheinen. 15 

Jacksons BILLIE-JEAN-Skandal von 1982 prophezeit punktgenau den Chandler-Skandal von 1993. Vielleicht hatte er Ähnliches schon immer befürchtet und die Antwort 1983 gleich vorweggenommen:

„… Not My Lover.“

Der „Enthüllungsjournalist“ in BILLIE JEAN wird am Ende von der Polizei verhaftet und ist weg vom Bildschirm. Ein Happy End leider nur im Film.

Am 28. Juni 2009 betitelte Klatschreporterin Diane Dimond auf ihrer Webseite einen ihrer Artikel „MJ and Me“. MJ und ich. 16 
Dimond hatte ihre Rolle in dem Opus, das den Namen Michael Jackson trägt, schon immer zu wichtig genommen.


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Quellen

  1. Dimond, Diane, A Word About Sources …, . 08.07.2009, 03.07.2017, „The End Result of Confidential Sources.“, https://web.archive.org/web/20171014104335/http://dianedimond.net/michael-jackson-dead-at-50/
  2. Chandler, Raymond, ALL THAT GLITTERS – The Crime and the Cover Up,  2004.08.02., „Right. Listen to this, Evan. Maureen Orth is writing this big Vanity Fair article.“ And when she went out to see Fields he said, we’re going to litigate this case hard and heavy, we’ve got nothing to hide. Now he wants a six-year stay! She’s fuckin‘ gonna see this and flip … and Diane Dimond too, you know, who’s really your closest ally., Chanadon Publications Limited; Edited by Gail M. Kearns, GMK Editorial & Writing Services, Santa Barbara, California, Seite 249
  3. 1_Anmerkung: LeMarque, Philippe und Stella, 1993/2005, Das Ehepaar Phillippe und Stella LeMarque arbeitet auf Neverland für ca. 10 Monate bis 1991. Verschuldet verkaufen sie 1993 inmitten der Tabloid-Hysterie dem GLOBE die Schlagzeile „Wir sahen Michael Kinderstar missbrauchen“. Jackson und McCauly Culkin: zwei große Namen in Trouble kosten doppelt. Le Marque will 1991 zugesehen haben, wie die Hand seines ehemaligen Bosses auf der Hose vom damals 11jährigen Culkin gelegen haben soll. Das war ihre Basis-Story, ohne Extras. Aufpreis verlangte er für die Deluxe-Version, in der er von der Hand in der Hose erzählte. Die LeMarques offerierten ihr Angebot zum Preis von $ 500 000. Paul Barresi war ihr Mittelsmann zur Klatschzeitung GLOBE. Der war hauptberuflich Porno-Star und nebenberuflich Tabloid-Broker. Seine Verhandlungen mit den LeMarques zeichnete er rechtswidrig auf, spielte das Band aber dem Staatsanwalt zu und entging damit dem Vorwurf der Illegalität. Vorweg kontaktierte er den GLOBE, der zahlte Bares und machte die Story spritzig mit der Formulierung, die Staatsanwaltschaft würde ermitteln. Die ist tatsächlich genötigt, jede Anzeige zu prüfen und wurde damit zur Marionette der Presse. Die Story der LeMarques war nur eine Story und damit wertlos. Eine Anklage gegen Jackson gab es nicht. (2003 hatte Sneddon dann seine Anklage gegen Jackson, aber auch die ist so schwach, dass er Leute wie die LeMarques als Zeugen präsentiert, die nie welche waren. Auch ihre Aussage, die Tabloids 1993 teuer bezahlten, führt 2005 zu einem Freispruch Jacksons.)
  4. Frontline – TV Produktion, Tabloid Truth: The Michael Jackson Story, Regisseur: Thomas Lennon, Schreiber: Cramer, Richard Ben; Lennon, Thomas. 1994.02.15., https://www.youtube.com/watch?v=BWoX4gd4JW0; „We practice a form of checkbook journalism – but so does everybody else in this business, almost without exception.“ When the scandal broke, they turned to their friend, Paul Barresi,a former porn star who claimed he’d once made a hundred-grand selling a story to The Enquirer. Barresi: “My interest in helping them was that they promised me a percentage of what they got. I was not on any kind of crusade to bring anyone to justice; and whether Michael was guilty or innocent at that point was inconsequential. My interest was strictly for the money. As was their interest too, I might add.“, Frontline Season 12 Episode 10 , www.tv.com/shows/frontline/tabloid-truth-the-michael-jackson-story-1303054/ 
  5. Frontline – TV Produktion, Tabloid Truth: The Michael Jackson Story , Regisseur: Thomas Lennon, Schreiber: Cramer, Richard Ben; Lennon, Thomas. 1994.02.15., Deutsche Übersetzung: „Paul Barresi ist ein ehemaliger Porno-Star, der sein Geld mit Schlagzeilen für die Tabloids verdiente. Die erfundene Story eines Paares – Stella und Philippe LeMarque – über Jackson, hatte Barresi illegal auf Band aufgenommen. „Wir trafen uns – Stella und ich und dieser Korrespondent von Inside Edition. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Story möglicherweise ein halbes dutzend Mal gehört und der einzige Unterschied war diesmal, dass ich ein Aufnahmegerät an meinem Gürtel hatte. Ich wollte die Gelegenheit wahrnehmen, und ihre Geschichte selbst verkaufen. Montag Morgen stand ich auf und mir ging auf, was ich mit dem Band machen sollte; Ich wollte es zum Büro des Staatsanwaltes bringen und als Beweis übergeben. Ich wusste, dass der Staatsanwalt diese Information glücklich mit offenen Armen aufnehmen würde und zweitens wusste ich, die Tabloids wie eine Harfe zu spielen. Das war die Art, es im großen Stil zu machen.“ Brachte Barresi das Band zum D.A. (Anm.: Staatsanwalt), hatte er nichts wegen seiner illegalen Aufzeichnungen zu befürchten. Außerdem würde es die Story versüßen. Wenn der D.A. an der Story arbeitet, ist das „Action“, ist das „Insider Information“. Barresi: „Das funktionierte gut. Wenn meine Story auch nur im Geringsten harmlos wirken würde, hätten sie sie aus dem Fenster geworfen. Deshalb war das die eine Möglichkeit, es im großen Stil zu machen. Deshalb rief ich den Editor vom ‚GLOBE‘ an und sagte, „Ich habe das Band, ich bin auf dem Weg die Stadt runter, um es dem Staatsanwalt auszuhändigen.“ Und seine Worte waren, „lass uns mitkommen.“ Und da wusste ich, dass ich ihn hatte. Mein nächster Gedanke war, ihn nach $30 000 zu fragen. Man muss immer doppelt so hoch anfragen, wie man hofft, erzielen können. Er legte mich in die Warteschleife, und innerhalb von einer Minute kam er zurück und sagte, „nun, wir können dir keine Dreißig geben, wir werden dir Zehn geben.“ Ich sagte, „Mach fünfzehn“, er sagte, „Wir sind im Geschäft.“ Ob er die Schlagzeilen hat kommen sehen, wird Barresi vom Moderator der Sendung gefragt. „Oh, ja, natürlich, und ich konnte auch das Geld kommen sehen.“ Moderator: „Barresi beließ es nicht mit dem ‚GLOBE‘.“, Frontline Season 12 Episode 10, https://www.youtube.com/watch?v=BWoX4gd4JW0
  6. LeMarque, Philip und Stella, Jackson Case: D.A.’s Sleazy Witness, 2005.04.04., abgerufen 2017.03.01., the smoking gun Webseite „While it is unclear if the Lemarques ever consummated a tabloid deal, Barresi himself pulled an end-around on the couple, selling their story to the Globe after surreptitiously taping a meeting during which the pair laid out their charges against Jackson (the resulting piece was headlined „We Saw Michael Molesting Child Star“). Barresi made sure to have a photographer secretly memorialize an August 1993 chat with the Lemarques at an outdoor café (he is pictured at left with the couple).“,  www.thesmokinggun.com/documents/crime/jackson-case-das-sleazy-witness 
  7. LeMarque, Philip und Stella, Jackson Case: D.A.’s Sleazy Witness, 2005.04.04., abgerufen 2017.03.01., „…In 1997, Lemarque launched Virtual Sin, a web site he operated until last year. Billed as „the most sinful site on the internet,“ Lemarque’s flagship porn offered explicit photos and videos and greeted web surfers with the words, „Welcome Beaver Hunters.“ With photo galleries devoted to „Blowjobs“ and „ANAL,“…,“ https://www.thesmokinggun.com/documents/crime/jackson-case-das-sleazy-witness 
  8. Dimond, Diane, Be Careful Who You Love: Inside the Michael Jackson Case, 2005.11.07., Von Dimond verwendete Beschreibungen in Bezug auf Jacksons angebliches Verhalten während seiner Leibesvisitation durch die Staatsanwaltschaft am 20.12.1993., Seite Atria Books. Kindle-Version
  9. Kearns, Burt, The man who produced „Hard Copy“ and „A Current Affair“ remembers the gory, golden age of trash TV., 1999.12.01., 2017.02.27., „In 2003, the Santa Barbara D.A. (who assisted her in that lawsuit) tipped her to his raid of Jackson’s Neverland Ranch.“, https://tabloidbaby.blogspot.com/search?q=diane+dimond;
  10. Dimond, Diane, Be Careful Who You Love: Inside the Michael Jackson Case, 2005.11.07., Wortstatistik für „Sources/Source“ in Dimonds Buch: „family sources“, „sources close to the family“, confidential sources, law enforcement sources, „cold call“ sources, new sources, „The source“, „several sources“, „sources inside“, „source of mine“, „newly acquired source“, „their Source of information“ geht über in „my source of information“, „informed sources“, „a source“, „another source“, „industry sources“, „business sources“, „reliable sources“, „other sources“, „multiple sources inside“, „a source in england“, „legal sources“, „sources who are experienced“, „an independent source“, „public relation sources“, „informed sources“, „cop sources“,„another source“, „very reliable sources“,„My sources all say“, „My sources are telling me“, „we learned from another source“, „Sources told me“, „sources said“, „according to sources close to“, „were reporting to me“, „sources confirmed“, „this confidential source told me“, „sources … have admitted to me“, „sources told me, emphatically …“, „ sources that I had spoken to“, „sources revealed“, „confidential sources had mentioned“, „source who feel compelled to add“, „I am told by very, very long-term, reliable sources“, Atria Books. Kindle-Version
  11. Dimond, Diane, Be Careful Who You Love: Inside the Michael Jackson Case, 2005.11.07., „grotesquely, manufactured, path of destruction, grossly undereducated but wise in the ways of the worst kind of human behavior, anguish, longings and secrecy, his ever-changing face should have given us the first clue, struggled, telltale signs, extravagant, cover up, man-child, late-blooming antics, unthinkable, sin, Drama, struggle, bizarre persona, face was heavily made up, surgically altered face, soft-voice, wispy-voiced.“, Seite Atria Books. Kindle-Version
  12. Dimond, Diane, Be Careful Who You Love: Inside the Michael Jackson Case, 2005.11.07., „Jackson performed a slow dance of seduction.“, Atria Books. Kindle-Version
  13. Jackson, Michael, BILLIE JEAN – Album: Michael Jackson’s Thriller, 30.11.1982, EPIC Records „For forty days and forty nights/The law was on her side/But who can stand when she’s in demand/Her schemes and plans[…] And be careful of what you do, ‚cause the lie becomes the truth“
  14. Jackson, Michael, TOO BAD, Album: HIStory-Past, Present and Future Book I, 14.06.1995, Sony Music
  15. Jackson, Michael, Michael JACKSON – HIStory ON FILM – VOLUME II, DVD. 1997, DVD BILLIE JEAN. Kurzfilm. Erstveröffentlichung 1982., MJJ Ventures/Sony Music Entertainment
  16. Dimond, Diane, Michael Jackson Dead at 50 – MJ and Me, 28.06.2009, 03.07.2017, https://web.archive.org/web/20171014104335/http://dianedimond.net/michael-jackson-dead-at-50/;

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